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Montag, 23. Mai 2022

Sea

 

Montag, 21. März 2022

Don’t forget

The world can be so beautiful.
The flowers know that.
Oh, let me be a
flower girl.
⚘ ⚘ ⚘

Montag, 7. März 2022

Vorfrühling ⚘

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

(Rainer Maria Rilke, 1924)

Freitag, 18. Februar 2022

"Life is so weird sometimes."


A Japanese music artist creates an astonishingly
beautiful record for a skin care company
to “give away” with perfume bottles.
Some of them leak and damage the
vinyl, which leads to crackly
sounds that some listeners
interpret as being part of
the music. Decades later,
this album is on YouTube,
being enjoyed by hundreds of
thousands of people and doing all
kinds of lovely things to them. The
“mundane” and the “beyond” wonderfully
intertwined. How it all connects, or isn’t
really separate in the first place... (This
little story has been taken from the
comments by “breakline” and
“t4exanadu” in the comment
section of the video.
Thank you.)

Freitag, 3. Dezember 2021

Momentnotizen

„Heißa, du lustiger Kieselstein!“ (3. Dezember im Leo-Wörterbuch-Adventskalender) Oh, mein Gott, ja, man sagt viel zu selten „heißa!“ Und „famos!“ und „fabelhaft!“ und „märchenhaft!“ und „himmlisch!“

Der erste Morgen im Winter mit Raureif auf den Dächern und Wiesen. Dazu Sonne und Himmelhellblau und Lebensliebe.

Es ist Dezember, und, anders als in meinem vorherigen Zuhause, scheint die Sonne in mein Wohnzimmer, weil das Haus weiter oben im Dorf liegt. Heißa! :)

Paradies: der Güte des Lebens schutzlos ausgeliefert sein.

Die Betrachtungen über Faulheit von Thaddäus Troll im Büchlein Immer mit der Ruhe! Heitere Geschichten. Ja, ja und nochmals ja :). In einem Umzugskarton ein ganzes Buch von ihm haben. Vielleicht werde ich fleißig genug sein, um es zu suchen und darin zu lesen.

Seit einiger Zeit habe ich auch ein Smartphone, nachdem ich es ewig auf dem Zettel hatte. Wie einfach und schnell dann alles ging, auch das Inbetriebnehmen und Benutzen. Love it. Und was für einen Spaß viele Funktionen machen. Wie oft habe ich abends schon die Sternschnuppen in der Wetter-App betrachtet, wenn der Himmel in den Städten klar ist. Oder gestaunt über die hohen Temperaturen in italienischen Städten (die angezeigt werden, weil das Handy so eingestellt war und ich es nicht geändert habe). Heute habe ich herausgefunden, dass ich das iPhone schütteln muss, um eine Eingabe rückgängig zu machen. Wie putzig ist das denn!? Und die Freude ist doppelt groß, wenn ich mir vorstelle, was für einen Spaß es den Entwicklern bei Apple machen muss, sich solche Sachen auszudenken. Danke, Leute!

Putzig auch im übertragenen Sinne: einmal kräftig schütteln, und der Fehler verschwindet. Lächle, und zwei, drei Probleme sterben (Einhorn-Kalender 2022, studio-kokula.com).

„Einhörner lügen nicht! Sie erfinden die bessere Wahrheit.“ (ebd.)

“Do it for you and the energy will be right.” (juniqe.com) Yes, be honest and admit that you do it for you anyway, all for you, always, and that’s not a bad thing, but a good thing. That you, whatever this is or isn’t, are good and free to live what you want. 

„Sich frei machen, sowohl als auch“ (13. November 2021 im Was-wir-lieben-Kalender).

„Nach Perlen tauchen“ (21. August).

„Wenn die Tage zerfließen“ (irgendwann; das Datum ist tatsächlich nicht mehr auf dem Zettel drauf).

„Not-To-Do-Listen“ (12. Oktober).

„In Farben schwelgen“ (16. Oktober).

Ab und zu eine Zigarette rauchen. Nein, es schmeckt mir nicht, aber es hat so viele andere Vorzüge. Ja, es ist vielleicht ungesund, aber wer weiß das schon. Kann etwas, das man genießt, das zu Entspannung beiträgt, meditative Dimensionen erreicht und einen so anmutig sich kringelnden, bläulichen Rauch erzeugt, wirklich ungesund sein? Und wenn schon, es ist es dann wert.

Tage, an denen ich nur einmal kurz das Haus verlasse, um im Hof eine Zigarette zu rauchen und einen Glühwein zu trinken. Himmlisch!

Homie aus Leidenschaft. Fabelhaft!

„Mein ruhiges Leben in diesem kleinen Dorf ist alles, was ich jemals wirklich gewollt habe. Einen Großteil der Zeit ist es so friedlich, dass auch die höchsten Zustände von Glückseligkeit, die ich früher erlebt hatte, dem nicht gleichkommen. Aber trotzdem würde ich mich nicht als ‚erwacht‘ bezeichnen, und ob hier ein ‚Ich‘ ist oder nicht, ist mir völlig egal.“ (jemand im Buch Sein – sonst nichts von Nathan Gill) Hello, my friend :).

“I never said I want to be alone. I only said I want to be left alone.” (Greta Garbo) Yes, leave me alone, love me if you can. And maybe theyre one and the same. Closer than close, freer than free. Just the best.

“It’s okay to live a life that others don’t understand.” (auf einem Poster) And it’s okay to live a life that I myself don’t really understand. Is there anything to understand at all? Yes and no. Amazing.

“It’s your story. Wear it your way.” (Pandora-Werbung) 

Ein sonniger Herbsttag in Frankfurt. Auf dem Weg zum Bahnhof sitze ich am Main in der Sonne, genieße die Wärme und das Glitzern des Wassers. Neben mir sitzen zwei junge Frauen mit Babys. Ein Satz aus ihrem Gespräch dringt an mein Ohr: “Yes, life is good.” Ich lächele und gebe ihr sowas von recht. Und wundere mich darüber, wie ich das zuweilen vergessen kann, wie als wäre es zu gut, um wahr zu sein. Ist es das? Ich möchte es nicht glauben.

„Ich verstand es nicht, aber das war mir auch nicht wichtig, denn ich lebte es ja.“ (Jacques Lusseyran in Das wiedergefundene Licht)

„Ich glaube, er hatte in der Zeit seiner Gefangenschaft und in dem Leben danach etwas begriffen. Etwas unglaublich Wichtiges, das man nicht verstehen kann, ohne sich einmal in einer durch und durch passiven Lage befunden zu haben. Vermutlich lag darin der Grund, warum sein Blick wahrhaft durchscheinend war und warum sich von Zeit zu Zeit seine wundersame Intuition regte.“ (Banana Yoshimoto, Erinnerungen aus der Sackgasse)

Trau dich, im Meer des Lebens zu ertrinken. Es gibt nichts zu verlieren, nur alles zu gewinnen. Mehr und immer mehr ...

Das Wort immerdar.

Sonntag, 28. November 2021

November view

... from my previous home. Still kind of in the process of farewell.
Sometimes letting go takes a while. Sometimes all kinds of things take a while.

Dienstag, 19. Oktober 2021

Geschehenlassen

Am Fenster steht ein herbstliches Arrangement in der Vase, aus Hagebuttenzweigen, schwarzen Beeren, Haselnuss, Efeu und einem Rosenzweig. Ganz spontan hat es sich ergeben, dass ich es beim Spazierengehen gepflückt habe. Es steht schon eine Weile und ist nicht mehr besonders ansehnlich. In meinem Kopf ging es schon ein-, zweimal hin und her: Wie schlampig, warum habe ich das nicht schon längst weggebracht? Keine Ahnung, ich mag es so, auch dieses Stadium. Nach zwei Tagen Abwesenheit entscheide ich heute, den Strauß rauszubringen, da sehe ich eine einzelne aufgegangene Rosenblüte. Inmitten von Vertrocknetem, zu Entsorgendem regt sich Vitalität und Schönheit. Ich bin entzückt und freue mich, dass ich den Strauß so lange habe stehenlassen, dass ich den langsamen Verfall und das neue Leben sehen durfte. Der Rosenzweig steht jetzt einzeln da und darf noch lange bleiben.

Dienstag, 11. Mai 2021

Farbenspiel

Im Bibliotheksgarten: Ein japanischer Kirschbaum steht in rosa Blüte. Eine junge Frau in einem wallenden rosa Sommerkleid geht daran vorbei. Ich trage ein rosa T-Shirt. Und hätte jetzt gern ein (rosa) Notizbuch dabei, um die Szene zu notieren. So tippe ich den Gedanken in mein rosa Handy. Und blicke jetzt beim Schreiben zuhause auf eine rosa Hyazinthe vor dem Fenster. Diese kleinen Zauberszenen des Lebens. Ich liebe sie.

Momentnotizen

Der Schatten von kleinen Wellen im Wasser.

Gespräche anderer Menschen mithören, die die Gedanken anregen, in welche Richtung auch immer, oder einen zu Tränen rühren. (Oh, wie vermisse ich Cafébesuche.) Zum Beispiel die Bemerkung einer Kellnerin in einem Frankfurter Eiscafé, die ihrer Kollegin von unverschämten Gästen erzählte und wie sehr sie das angegangen hat: Ich glaube, ich habe einfach keine zweite Haut.

Das Café heißt Bizziice. Beim ersten Besuch das Wort in einem Rutsch gelesen und gedacht haben, es sei vielleicht ein türkischer oder italienischer Nachname. Auf die gleiche Art als Kind Tatort als ein Wort gelesen haben und Schaumainkai als Schau-ma-in-Kai. Sprache und all ihre Freuden und Verwirrungen.

Filmreife Szenen miterleben, in denen man fast darauf wartet, dass das Geräusch einer Klappe ertönt und jemand ruft, „Okay, danke, wir haben die Szene im Kasten!“ (Oh, wie vermisse ich Zugfahrten.)

Der Lebensfilm in all seinen Filmen. 

“The longer I listened [to a woman in a bar in San Francisco giving a guy from Denmark a ‘travelogue’ about her trips to Europe, in a hard-boiled, rating-everything way, the apparent opposite of someone appreciating and being interested in the places they visit], the more tired I became, a kind of profound bottomless existential exhaustion. I felt I might drown right here in We-Be Sushi, face down in my miso soup, from the sheer futility of it all.” (Tosha Silver, im Buch Outrageous Openness)

Mit Sätzen oder Passagen oder Szenen in Büchern so sehr in Resonanz gehen, dass es einem fast schwindlig wird. Gruselig, lustig oder unendlich wohlig schwindlig.

„Die Welt, in der ich mich bewege, ist normalerweise rosarot, hat reichlich Platz und Tiefe, man kann frei atmen, und alles Mögliche öffnet und schließt sich in schwindelerregendem Tempo. Wenn ich mit anderen Menschen zu tun bekomme, wird sie etwas enger, aber das quält mich nicht sonderlich, denn ich kann ja bald wieder in meine eigene Welt zurückkehren.“ (Banana Yoshimoto, Überhaupt nicht warm, in: Erinnerungen aus der Sackgasse)

Das Gefühl, dass eine solche Art zu sein etwas extrem ist, vielmehr: intensiv. Es aber nicht wirklich anders können und wollen. Es nicht ablehnend meinen. Und wissen, es kann nicht falsch sein. Alles, aber wirklich alles, sind Erforschungen und Ausdrucksformen des Lebens.

Neue Wahrnehmungen und Perspektiven erkunden, Obsessionen pflegen, Aspekte wieder verwerfen. Nein, nicht wirklich verwerfen. Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Und wenn doch, es immer irgendwie retten können. Nichts ist jemals verloren. 

An Orten, Wohnungen oder Häusern vorbeigehen und sich fragen, wie es wohl wäre, dort zu wohnen. Oder einfach nur zu sagen, Oh, das ist aber schön, und ein paar Jahre später wohnt man selber dort. (Das passiert mir gerade zum zweiten Mal ... Liebes Leben, Chapeau & Dank!)

Treffen sich Enge und Weite: „Jetzt bleib mal auf dem Teppich! – Gerne, aber nur wenn‘s ein fliegender ist!“

Der erste Amselgesang im Jahr. Und der letzte. Und dass man das im zweiten Fall nicht sicher weiß.

Und jetzt die Schwalbenflüge.

Gutes Brot, gehaltvoll und mit Kruste, die den Zähnen auf wundervolle Art etwas zu tun gibt. Wie nach langer Zeit mal wieder einen Apfel pur zu essen, statt ihn in einem Smoothie zu zermahlen.

Lieblingsmahlzeit Frühstück. Die Fülle an Gerichten, ob gekauft oder selbstgemacht, ob zuhause oder anderswo.

Wenn Jein die beste Antwort ist.

Wenn nicht mehr gesagt werden kann. Und auch nicht muss.

Donnerstag, 4. März 2021

Regenmoment

Es regnet und die Tauben der Nachbarn baden in der Dachrinne. Ich mache die Musik aus und lausche ihren Flügelschlägen und dem leisen Klimpern des Regens. Es ist einer dieser zutiefst friedlichen Momente, in denen kein Platz ist für störende Gedanken. Für keinen Gedanken. Jetzt hat die Nachbarin das Fenster geöffnet und die Tauben mit einem Klatschen verscheucht. Mein Kopf springt wieder an, sagt „schade“, fragt „warum“ und verzichtet darauf, sich selbst eine Antwort zu geben. Unterdessen kehren die Tauben an ihre Badestelle zurück. Sie tummeln sich noch eine Weile in der Rinne, dann fliegen sie in ihr Haus. Der Regen hat aufgehört.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Schneesegen

Kommen: Es schneit ununterbrochen. Flockentanz, weißer Wirbel. Alles bekommt ein Puderzuckergewand, und in was für einem Tempo!

Da sein: Staunen und Freuen beim Hochziehen der Rollos am Morgen. Schneemassen wie verrückt. Dieser traumhafte Anblick aus dem Fenster, immer wieder. Draußen darin herumstapfen. Knackige Minusgrade und dieser frische Duft von kalter Luft. Eingeschneit sein. Mehr Skilangläufer als Autos auf den Straßen. Winterwonderland. Spaziergänge, ab und zu sogar mit Sonne und blauem Himmel. Perfekte Szenerie. Und der Lockdownwinter hat einen neuen Anstrich, der das Gefühl, dass es langsam wirklich zäh ist, vertreibt.

Gehen: Tauwetter. Auf den Straßen und Wegen ist wieder Stapfen angesagt, der teils festgetretene Schnee fängt an zu schmelzen und wird wieder weich. Immer mehr davon verwandelt sich in Matsch. In der Nacht höre ich die mir bis dahin unbekannten Geräusche von Schneemassen, die mit Wucht von den Dächern rutschen. Morgens mache ich die Musik aus und das Fenster auf, um dem Klimpern des schmelzenden Schnees zuzuhören. Am Wochenende sollen es frühlingshafte 15 Grad mit Sonnenschein werden. 🌞

Sonntag, 14. Februar 2021

Verborgen?

 Gibt es etwas Verborgenes?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht ja, wenn ich es glaube.

Manchmal ist das Verborgene
aber auch gar nicht so versteckt,
sondern bloß nicht so sichtbar wie das,
was zuerst ins Auge sticht.

Wie die Mondkugel oben,
die durchscheinender daherkommt
als der Zweig, und dieser wiederum
wird von der Lichtsichel überdeckt.

Wie faszinierend alles ist.

Sonntag, 3. Januar 2021

❅❅❅

Hurra, Schnee!
Die Welt ist weiß und weich ummantelt
wie als wäre ein friedlicher Dämpfer über alles gelegt.

Ich mag das Licht im Zimmer
das der Schnee mit seinem Weiß macht
kann mich kaum sattsehen, sattfühlen daran
und ich will nach draußen, in der Pracht herumstapfen
sie sehen und hören und riechen
später.




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