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Montag, 23. Mai 2022

Sheets

 

Sea

 

Jeans

 

The landscape of my lunch

Sometimes I feel like spending the rest of my life just watching the
forms and the colors, the patterns and the structures in the world.

Mittwoch, 9. März 2022

Mittwoch, 24. November 2021

Leicht-gläubig

Wie schön es ist, in früheren Notizen oder Fotos
kleine Perlen zu finden ...
Dresden-Neustadt, Oktober 2019

Dienstag, 19. Oktober 2021

Geschehenlassen

Am Fenster steht ein herbstliches Arrangement in der Vase, aus Hagebuttenzweigen, schwarzen Beeren, Haselnuss, Efeu und einem Rosenzweig. Ganz spontan hat es sich ergeben, dass ich es beim Spazierengehen gepflückt habe. Es steht schon eine Weile und ist nicht mehr besonders ansehnlich. In meinem Kopf ging es schon ein-, zweimal hin und her: Wie schlampig, warum habe ich das nicht schon längst weggebracht? Keine Ahnung, ich mag es so, auch dieses Stadium. Nach zwei Tagen Abwesenheit entscheide ich heute, den Strauß rauszubringen, da sehe ich eine einzelne aufgegangene Rosenblüte. Inmitten von Vertrocknetem, zu Entsorgendem regt sich Vitalität und Schönheit. Ich bin entzückt und freue mich, dass ich den Strauß so lange habe stehenlassen, dass ich den langsamen Verfall und das neue Leben sehen durfte. Der Rosenzweig steht jetzt einzeln da und darf noch lange bleiben.

Donnerstag, 23. September 2021

„Schau, eins ist wichtig,
mein kleiner Liebling:
Wenn du überhaupt etwas tust,
probier’s mal mit Gemütlichkeit ...“

Oh, Mann, es lebe das Leben!

 🌞

Dienstag, 24. August 2021

New home


In the midst of unpacked boxes
unfinished furnishing and decoration
things morphing into new places
silently, outside and inside:
the amazing beauty of details
of life, always present
just the way it is.

Dienstag, 11. Mai 2021

Momentnotizen

Der Schatten von kleinen Wellen im Wasser.

Gespräche anderer Menschen mithören, die die Gedanken anregen, in welche Richtung auch immer, oder einen zu Tränen rühren. (Oh, wie vermisse ich Cafébesuche.) Zum Beispiel die Bemerkung einer Kellnerin in einem Frankfurter Eiscafé, die ihrer Kollegin von unverschämten Gästen erzählte und wie sehr sie das angegangen hat: Ich glaube, ich habe einfach keine zweite Haut.

Das Café heißt Bizziice. Beim ersten Besuch das Wort in einem Rutsch gelesen und gedacht haben, es sei vielleicht ein türkischer oder italienischer Nachname. Auf die gleiche Art als Kind Tatort als ein Wort gelesen haben und Schaumainkai als Schau-ma-in-Kai. Sprache und all ihre Freuden und Verwirrungen.

Filmreife Szenen miterleben, in denen man fast darauf wartet, dass das Geräusch einer Klappe ertönt und jemand ruft, „Okay, danke, wir haben die Szene im Kasten!“ (Oh, wie vermisse ich Zugfahrten.)

Der Lebensfilm in all seinen Filmen. 

“The longer I listened [to a woman in a bar in San Francisco giving a guy from Denmark a ‘travelogue’ about her trips to Europe, in a hard-boiled, rating-everything way, the apparent opposite of someone appreciating and being interested in the places they visit], the more tired I became, a kind of profound bottomless existential exhaustion. I felt I might drown right here in We-Be Sushi, face down in my miso soup, from the sheer futility of it all.” (Tosha Silver, im Buch Outrageous Openness)

Mit Sätzen oder Passagen oder Szenen in Büchern so sehr in Resonanz gehen, dass es einem fast schwindlig wird. Gruselig, lustig oder unendlich wohlig schwindlig.

„Die Welt, in der ich mich bewege, ist normalerweise rosarot, hat reichlich Platz und Tiefe, man kann frei atmen, und alles Mögliche öffnet und schließt sich in schwindelerregendem Tempo. Wenn ich mit anderen Menschen zu tun bekomme, wird sie etwas enger, aber das quält mich nicht sonderlich, denn ich kann ja bald wieder in meine eigene Welt zurückkehren.“ (Banana Yoshimoto, Überhaupt nicht warm, in: Erinnerungen aus der Sackgasse)

Das Gefühl, dass eine solche Art zu sein etwas extrem ist, vielmehr: intensiv. Es aber nicht wirklich anders können und wollen. Es nicht ablehnend meinen. Und wissen, es kann nicht falsch sein. Alles, aber wirklich alles, sind Erforschungen und Ausdrucksformen des Lebens.

Neue Wahrnehmungen und Perspektiven erkunden, Obsessionen pflegen, Aspekte wieder verwerfen. Nein, nicht wirklich verwerfen. Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Und wenn doch, es immer irgendwie retten können. Nichts ist jemals verloren. 

An Orten, Wohnungen oder Häusern vorbeigehen und sich fragen, wie es wohl wäre, dort zu wohnen. Oder einfach nur zu sagen, Oh, das ist aber schön, und ein paar Jahre später wohnt man selber dort. (Das passiert mir gerade zum zweiten Mal ... Liebes Leben, Chapeau & Dank!)

Treffen sich Enge und Weite: „Jetzt bleib mal auf dem Teppich! – Gerne, aber nur wenn‘s ein fliegender ist!“

Der erste Amselgesang im Jahr. Und der letzte. Und dass man das im zweiten Fall nicht sicher weiß.

Und jetzt die Schwalbenflüge.

Gutes Brot, gehaltvoll und mit Kruste, die den Zähnen auf wundervolle Art etwas zu tun gibt. Wie nach langer Zeit mal wieder einen Apfel pur zu essen, statt ihn in einem Smoothie zu zermahlen.

Lieblingsmahlzeit Frühstück. Die Fülle an Gerichten, ob gekauft oder selbstgemacht, ob zuhause oder anderswo.

Wenn Jein die beste Antwort ist.

Wenn nicht mehr gesagt werden kann. Und auch nicht muss.

Montag, 3. Mai 2021

Langeweile

„Langeweile ist ein warmes graues Tuch, das innen mit dem glühendsten, farbigsten Seidenfutter ausgeschlagen ist. In dieses Tuch wickeln wir uns, wenn wir träumen. Dann sind wir in den Arabesken seines Futters zuhause. [...] Man muß sich nicht die Zeit vertreiben – man muß die Zeit zu sich einladen.“

(Walter Benjamin, gefunden auf www.simonehenninger.de)

Dienstag, 6. April 2021

What a wonderful world (repeat 6th April 2020)

Oh, I’m looking forward
to going to cafés
again, soon.

Donnerstag, 4. März 2021

Regenmoment

Es regnet und die Tauben der Nachbarn baden in der Dachrinne. Ich mache die Musik aus und lausche ihren Flügelschlägen und dem leisen Klimpern des Regens. Es ist einer dieser zutiefst friedlichen Momente, in denen kein Platz ist für störende Gedanken. Für keinen Gedanken. Jetzt hat die Nachbarin das Fenster geöffnet und die Tauben mit einem Klatschen verscheucht. Mein Kopf springt wieder an, sagt „schade“, fragt „warum“ und verzichtet darauf, sich selbst eine Antwort zu geben. Unterdessen kehren die Tauben an ihre Badestelle zurück. Sie tummeln sich noch eine Weile in der Rinne, dann fliegen sie in ihr Haus. Der Regen hat aufgehört.

Dienstag, 10. November 2020

Novemberblick

... ins vorwinterliche Zauberlicht ❤

Montag, 2. November 2020

November, low-key, slow-key

I like the word low-key, where it comes from (photography, painting) and what it stands for (quiet, restrained, reluctant, moderate, easygoing). And I saw the entry “low-key affair” in a dictionary. It means “ruhige Veranstaltung,” which made me smile. It might seem that there’s something missing in such an affair as opposed to lots of activity, speed and pathos. But no, there isn’t. On the contrary, it’s full of itself. As life always is. For now, happy November, happy lockdown, happy coziness.

Montag, 26. August 2019

Zum Montag

Mottomini von Kristina Schürmann, erstanden in der Galerie artquarium in
Rostock. Wie wär's mit einem Buch dazu, inkl. Mann unter Birnbaum?
Björn Kern: „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“.

Mittwoch, 7. August 2019

Nur ein Hauch


„Löscht meine Worte aus und seht:
der Nebel geht über die Wiesen.
(auf einem Grabstein)

Dienstag, 4. Dezember 2018

Zu Bett :)

Irgendwo las ich, dass herausgefunden (und wissenschaftlich „legitimiert?) wurde, dass 8 Stunden Schlaf pro Nacht zu wenig sind. Oh ja ... 

Und man bedenke, was sich hier für Kosteneinsparungen und Wachstumschancen ergäben! An Entspannung, Entschleunigung, Gesundheit, Konzentration, Kreativität, Ruhe, Zufriedenheit, Freude, Frieden, ... Und welche Schonung von Ressourcen wäre das, wenn die Menschen mehr schliefen bzw. im Bett blieben. 10 Stunden mindestens, vielleicht besser 12, und all unsere Probleme wären gelöst.

Da fallen mir die Bed-ins von John Lennon und Yoko Ono ein. In dem Artikel ist von „Friedensarbeit“ die Rede. Wie seltsam, als wären für Frieden besondere Anstrengungen nötig. Muss man dafür nicht einfach gewisse andere Dinge sein lassen? Ich finde, das Wort sollte in der Versenkung verschwinden und die Lohn-, die Beziehungs- und die Trauerarbeit, die Arbeit an sich selbst und den Blow Job gleich mitnehmen.

Fulltimejob

Und, was machst du so?

Ich bin da und bestaune die Welt
unendlich viel Arbeit
sag ich dir.

Samstag, 24. November 2018

Faulheit aka Lebenskunst?

Heute bin ich in die Filiale einer Buchhandelskette geraten, wo ich auf Auslagen mit Büchlein, Postkarten und Kalendern zum Thema Faulsein, inspiriert vom Faultier, stieß. Diesem possierlichen Geschöpf hat Eric Carle schon einmal ein bezauberndes Buch gewidmet.

Nun also auch der Groh-Geschenkbüchlein-Verlag. Was hat das zu bedeuten? Ist das gut, sollte man das begrüßen? Ist das Thema Muße, Müßiggang, Langsamkeit, Los- und Seinlassen etwa in der sogenannten Mitte der Gesellschaft angekommen? Darüber ließen sich viele Gedanken und Worte verlieren, kritische und hoffnungsvolle und wie auch immer geartete. Ich verzichte darauf und beschließe, die Faultier-Bücherstapel im Konsumtempel freudig-naiv-gespannt als Fortschritt zu betrachten. Als einen weiteren kleinen heilsamen Riss in unserer Arbeit-und-Zwang-und-Tüchtigkeit-und-alles-im-Griff-Fassade. 

„There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.“ (Liedzeile von Leonard Cohen)