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Sonntag, 13. Juni 2021

All is pretty

"All is pretty."

"I like boring things..."

"I never read, I just look at pictures."

(Andy Warhol)

This makes me feel like reading your book again. "The Philosophy of Andy Warhol: From A to B and Back Again." Damn, I don't have it anymore. Never mind, I'll get a new copy, the English edition this time.

Don't worry if you give something away you might want again later. You can get it back, in a new or enhanced version that suits your current reality better. Or in the same version if that's still good (well, can it really be the same?). I guess that's true for everything we play with: books, things, places, people, animals, nature, circumstances, thoughts, feelings, ideas, perceptions, ...

Nothing is ever lost. It's all just transforming, dancing with each other, as life itself.

Dienstag, 1. Juni 2021

Never-ending

“I don’t have to finish and deliver it.
I can play with it forever.”

(the writer Olivia Laing
about how gardening complements her writing,
in a portrait about her house and garden)

Boom, straight to my heart ...
I feel it
’s true for my whole life.
Love it so much.

💙

Dienstag, 18. Mai 2021

Recht sein

„Es macht heiter, zu wissen,
dass jeder recht hat
mit sich selbst.
“

(Luise Rinser)

Dienstag, 11. Mai 2021

Farbenspiel

Im Bibliotheksgarten: Ein japanischer Kirschbaum steht in rosa Blüte. Eine junge Frau in einem wallenden rosa Sommerkleid geht daran vorbei. Ich trage ein rosa T-Shirt. Und hätte jetzt gern ein (rosa) Notizbuch dabei, um die Szene zu notieren. So tippe ich den Gedanken in mein rosa Handy. Und blicke jetzt beim Schreiben zuhause auf eine rosa Hyazinthe vor dem Fenster. Diese kleinen Zauberszenen des Lebens. Ich liebe sie.

Momentnotizen

Der Schatten von kleinen Wellen im Wasser.

Gespräche anderer Menschen mithören, die die Gedanken anregen, in welche Richtung auch immer, oder einen zu Tränen rühren. (Oh, wie vermisse ich Cafébesuche.) Zum Beispiel die Bemerkung einer Kellnerin in einem Frankfurter Eiscafé, die ihrer Kollegin von unverschämten Gästen erzählte und wie sehr sie das angegangen hat: „Ich glaube, ich habe einfach keine zweite Haut.“

Das Café heißt Bizziice. Beim ersten Besuch das Wort in einem Rutsch gelesen und gedacht haben, es sei vielleicht ein türkischer oder italienischer Nachname. Auf die gleiche Art als Kind Tatort als ein Wort gelesen haben und Schaumainkai als Schau-ma-in-Kai. Sprache und all ihre Freuden und Verwirrungen.

Filmreife Szenen miterleben, in denen man fast darauf wartet, dass das Geräusch einer Klappe ertönt und jemand ruft, „Okay, danke, wir haben die Szene im Kasten!“ (Oh, wie vermisse ich Zugfahrten.)

Der Lebensfilm in all seinen Filmen. 

“The longer I listened [to a woman in a bar in San Francisco giving a guy from Denmark a ‘travelogue’ about her trips to Europe, in a hard-boiled, rating-everything way, the apparent opposite of someone appreciating and being interested in the places they visit], the more tired I became, a kind of profound bottomless existential exhaustion. I felt I might drown right here in We-Be Sushi, face down in my miso soup, from the sheer futility of it all.” (Tosha Silver, im Buch Outrageous Openness)

Mit Sätzen oder Passagen oder Szenen in Büchern so sehr in Resonanz gehen, dass es einem fast schwindlig wird. Gruselig, lustig oder unendlich wohlig schwindlig.

„Die Welt, in der ich mich bewege, ist normalerweise rosarot, hat reichlich Platz und Tiefe, man kann frei atmen, und alles Mögliche öffnet und schließt sich in schwindelerregendem Tempo. Wenn ich mit anderen Menschen zu tun bekomme, wird sie etwas enger, aber das quält mich nicht sonderlich, denn ich kann ja bald wieder in meine eigene Welt zurückkehren.“ (Banana Yoshimoto, Überhaupt nicht warm, in: Erinnerungen aus der Sackgasse)

Das Gefühl, dass eine solche Art zu sein etwas extrem ist, vielmehr: intensiv. Es aber nicht wirklich anders können und wollen. Es nicht ablehnend meinen. Und wissen, es kann nicht falsch sein. Alles, aber wirklich alles, sind Erforschungen und Ausdrucksformen des Lebens.

Neue Wahrnehmungen und Perspektiven erkunden, Obsessionen pflegen, Aspekte wieder verwerfen. Nein, nicht wirklich verwerfen. Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Und wenn doch, es immer irgendwie retten können. Nichts ist jemals verloren. 

An Orten, Wohnungen oder Häusern vorbeigehen und sich fragen, wie es wohl wäre, dort zu wohnen. Oder einfach nur zu sagen, „Oh, das ist aber schön“, und ein paar Jahre später wohnt man selber dort. (Das passiert mir gerade zum zweiten Mal ... Liebes Leben, Chapeau & Dank!)

Treffen sich Enge und Weite: „Jetzt bleib mal auf dem Teppich! – Gerne, aber nur wenn‘s ein fliegender ist!“

Der erste Amselgesang im Jahr. Und der letzte. Und dass man das im zweiten Fall nicht sicher weiß.

Und jetzt die Schwalbenflüge.

Gutes Brot, gehaltvoll und mit Kruste, die den Zähnen auf wundervolle Art etwas zu tun gibt. Wie nach langer Zeit mal wieder einen Apfel pur zu essen, statt ihn in einem Smoothie zu zermahlen.

Lieblingsmahlzeit Frühstück. Die Fülle an Gerichten, ob gekauft oder selbstgemacht, ob zuhause oder anderswo.

Wenn Jein die beste Antwort ist.

Wenn nicht mehr gesagt werden kann. Und auch nicht muss.

Freitag, 7. Mai 2021

Miau

Katzentherapie in Corona-Zeiten?

„Hast du ein Problem, frag deine Katze um Rat.
Weiß sie keinen, ist es auch kein Problem.
“
(Unbekannt)

❤

Montag, 3. Mai 2021

Langeweile

„Langeweile ist ein warmes graues Tuch, das innen mit dem glühendsten, farbigsten Seidenfutter ausgeschlagen ist. In dieses Tuch wickeln wir uns, wenn wir träumen. Dann sind wir in den Arabesken seines Futters zuhause. [...] Man muß sich nicht die Zeit vertreiben – man muß die Zeit zu sich einladen.“

(Walter Benjamin, gefunden auf www.simonehenninger.de)

Donnerstag, 22. April 2021

Needs & desires

“Before you call, I have answered.” (Bible)

In fact, I made you call, and I answer you
I play the game as you
through you
with you
for you

You are me
I am you

2 in 1
1 as 2

👏

Dienstag, 6. April 2021

What a wonderful world (repeat 6th April 2020)

Oh, I’m looking forward
to going to cafés
again, soon.

Freitag, 26. März 2021

The peace underneath

Don’t search for me
don
’t try to feel or hold me
I
’m not a peace that can be found or felt or kept
because I
’m never lost.

I’m never not there.

I am always
I am everything.

Freitag, 19. März 2021

Momentnotizen

Ohne Licht und ohne Musik im Zimmer sitzen und dem Abend beim Dunkelwerden zuschauen. Eine Weile in der Dunkelheit sitzenbleiben, ihre Stille und Geborgenheit genießen. Dann ein paar Kerzen anzünden. Wenn alle ausgegangen sind, wieder in der Dunkelheit sitzen.

Das Gluckern der Heizung und wenn es aufhört. Beides mögen. Wenn die Heizung wieder richtig warm wird, nachdem man ihr auf die Sprünge geholfen hat. Es eindeutig nicht mögen, wenn die Heizung nicht richtig warm wird.

Schokoladenduft, der während des Backens durchs Haus zieht. Fast besser als das Essen des Kuchens.

Märzwetterkapriolen: Schneeflockenwirbel, graue Wolkendecke, Sonnenschein und blauer Himmel mit dicken weißen Wolkenschiffen, die gemächlich vorüberziehen. Dann alles von vorne. Und jetzt noch Hagel, wie um zu sagen, „Moment, da geht noch mehr.“ Ich liebe dich, Leben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einen Löffel in Milchschaum tauchen. Vor Freude und Dankbarkeit fast weinen. Einen manuellen Milchaufschäumer zuhause haben, ihn aber fast nie benutzen. Milchschaumgetränke für Cafébesuche reservieren, am liebsten natürlich „to stay“ and to stay long.

Das (österreichische) Wort und der Zeitvertreib des Kaffeehaussitzens.

Die Buchläden haben wieder geöffnet. Bei den reduzierten Kalendern einen literarischen Café-Kalender entdecken. 

Kalender im März kaufen. Oder im Folgejahr. Kalendarische Zeit nicht übertrieben wichtig nehmen.

Ein Zeitschriftenartikel über den Zauber von wintergrauen Tagen in Wien. Vielleicht nächsten Winter dieser Anregung folgen.

Die Schönheit von Langsamkeit und Genuss, in so vielem. Es zum Beispiel abschreckend finden, für nur ein oder zwei Nächte zu verreisen. Drei müssen es mindestens sein, besser vier. Früher für ein oder zwei Nächte ins Ausland geflogen sein. Warum nicht? Und jetzt: Warum?

Einen kleinen Text lesen, den ich vor einigen Jahren an meine Wand geklebt habe. Überhaupt keine Erinnerung daran haben, ihn aber sehr mögen.

Sich keine Sorgen über sein Gedächtnis machen. Irgendwie wissen, dass in jedem Moment das da ist, was gebraucht wird.

Einen verblühten Strauß Tulpen aus dem Zimmer tragen und dabei eine Spur von gelben Blütenblättern auf dem Boden hinterlassen.

Unkuratierte Kunst, Schönheit. Das Leben in seiner nackten Istheit.

Gemusterte Socken und gute Laune beim Anblick meiner Füße in ihnen.

Die Zehen in der Dusche spreizen, sodass die Fussel von den Socken sich leicht abspülen lassen. Die Zehen spreizen können. Socken, die keine Fussel zwischen den Zehen hinterlassen.

Die Geschichten von Banana Yoshimoto. Leichtigkeit, Tiefgang, Dunkles, Helles, Alltägliches und Übernatürliches, wie selbstverständlich und in wunderschöner Einfachheit miteinander verwoben.

Keine Angst vor dem Leben haben.

Alles ist rund. Wenn du ganz tief tauchst, kommst du einfach an einer anderen Oberfläche wieder raus. Doch es ist anders, scheinbar jedenfalls, als gar nicht erst zu tauchen.

Die Anmut von Zigarettenrauch, vor allem, wenn er sich langsam kringelt. Es schade finden, nicht zu rauchen.

Der Schornsteinrauch, der ungestüm durch die Luft weht und sich im Fenster gegenüber spiegelt. Eine dieser unendlich(en) alltäglichen Szenen vollendeter Schönheit.

Die ganz konkreten Dinge und die ganz abstrakten. Sie sind für mich die interessantesten und schönsten.

Salat verschlingen, wie als wäre er Junk Food.

Fragen, die keine Antwort haben. Und auch nicht brauchen. 

Der Schmerz, wenn sich alles falsch anfühlt, aber man nicht weiß, wie es richtig wäre und wo die Tür dahin ist. Und wenn sie sich findet oder einfach der Schmerz verschwindet. Und dass das vielleicht dasselbe ist.

Zeiten, in denen der Lebensfluss richtig schön fließt oder fröhlich-gemütlich plätschert. Und Zeiten, in denen er vor sich hindümpelt oder zu versiegen scheint. Und vielleicht, wahrscheinlich, kommt eines Tages Regen und belebt ihn neu. Wie der Bach hinterm Haus, der jahrelang wie ausgetrocknet war und seit einiger Zeit fließt und rauscht wie noch nie.

Wie immer das Bestmögliche geschieht, das Einzige, das, was eben geschieht. Life just cannot fail.

Selbstgefälligkeit. Und Fremdgefälligkeit. Sich selbst großzügig sein lassen, wie man ist, und die anderen auch. Wenn beides gelingt.

Wenn es nicht A oder B oder A versus B ist, sondern A und B oder A gleich B. Bei Egoismus und Selbstlosigkeit zum Beispiel. 

Ein kleines Mädchen in einem YouTube-Video, das auf die Frage, wo es die Chips, die es knabbert, herhat und ob es gefragt hat, antwortet: “I asked myself and I said thank you to myself.”

Geburten, Hochzeiten, Sterben und Beerdigungen mit vielen Teilnehmern nicht mögen. Das Gefühl, dass solche Ereignisse viel zu intim und zart sind, um sie zu teilen und groß zu kommentieren. Das Gefühl, dass das für so vieles gilt. Dann wieder die Freude am Teilen, Reden und Schreiben.

Das richtige Wort finden, den richtigen Ton treffen. Und dann wieder nicht.

Sich nicht festlegen können, wollen und müssen.

Die Besonderheit und Schönheit von unscheinbaren, verborgenen, stillen Dingen, gerade weil sie nicht versuchen, besonders zu sein.

Der Gedanke, dass es nichts Uninteressantes gibt. Alles und jeder ist sein eigenes Mysterium.

Das „Tagebuch des unbedeutenden Weltgeschehens“ von Walter Wemuts Zeitungshändler im Buch Wozu wir da sind von Axel Hacke. Ein Album mit skurrilen und berührenden Zeitungsmeldungen abseits der Schlagzeilen.

Wenn sich durch Schreibfehler lustige neue Bedeutungen oder Variationen ergeben. In der Stadt die Maskentragehinweisschilder in der Fußgängerzone: Auf einem heißt es in der englischen Übersetzung, „Cover you mouth and nose“. „Ey, yo, bedeckst du Mund und Nase!“

Einwegmasken in anderen Farben als Hellblau. Pink zum Beispiel. Für einen kurzen Moment mit diesem Graus versöhnt sein. Und Faszination darüber empfinden, dass das Leben einfach keine Monotonie erlaubt.

Donnerstag, 4. März 2021

Regenmoment

Es regnet und die Tauben der Nachbarn baden in der Dachrinne. Ich mache die Musik aus und lausche ihren Flügelschlägen und dem leisen Klimpern des Regens. Es ist einer dieser zutiefst friedlichen Momente, in denen kein Platz ist für störende Gedanken. Für keinen Gedanken. Jetzt hat die Nachbarin das Fenster geöffnet und die Tauben mit einem Klatschen verscheucht. Mein Kopf springt wieder an, sagt „schade“, fragt „warum“ und verzichtet darauf, sich selbst eine Antwort zu geben. Unterdessen kehren die Tauben an ihre Badestelle zurück. Sie tummeln sich noch eine Weile in der Rinne, dann fliegen sie in ihr Haus. Der Regen hat aufgehört.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Schneesegen

Kommen: Es schneit ununterbrochen. Flockentanz, weißer Wirbel. Alles bekommt ein Puderzuckergewand, und in was für einem Tempo! ❄

Da sein: Staunen und Freuen beim Hochziehen der Rollos am Morgen. Schneemassen wie verrückt. Dieser traumhafte Anblick aus dem Fenster, immer wieder. Draußen darin herumstapfen. Knackige Minusgrade und dieser frische Duft von kalter Luft. Eingeschneit sein. Mehr Skilangläufer als Autos auf den Straßen. Winterwonderland. Spaziergänge, ab und zu sogar mit Sonne und blauem Himmel. Perfekte Szenerie. Und der Lockdownwinter hat einen neuen Anstrich, der das Gefühl, dass es langsam wirklich zäh ist, vertreibt. ⛄

Gehen: Tauwetter. Auf den Straßen und Wegen ist wieder Stapfen angesagt, der teils festgetretene Schnee fängt an zu schmelzen und wird wieder weich. Immer mehr davon verwandelt sich in Matsch. In der Nacht höre ich die mir bis dahin unbekannten Geräusche von Schneemassen, die mit Wucht von den Dächern rutschen. Morgens mache ich die Musik aus und das Fenster auf, um dem Klimpern des schmelzenden Schnees zuzuhören. Am Wochenende sollen es frühlingshafte 15 Grad mit Sonnenschein werden. 🌞

Sonntag, 14. Februar 2021

Verborgen?

 Gibt es etwas Verborgenes?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht ja, wenn ich es glaube.

Manchmal ist das Verborgene
aber auch gar nicht so versteckt,
sondern bloß nicht so sichtbar wie das,
was zuerst ins Auge sticht.

Wie die Mondkugel oben,
die durchscheinender daherkommt
als der Zweig, und dieser wiederum
wird von der Lichtsichel überdeckt.

Wie faszinierend alles ist.

Freitag, 5. Februar 2021

Play of life

“Behind” the scenes:

How do you know what you are doing?
I don’t. Nobody does. They only pretend.
How do you know that?
I don’t. I only pretend.
And you call that life?
Yes, that is life, it seems.
I don
’t know if I like that.
That
’s alright. You don’t have to decide. Can you at all?
Sometimes I like it, sometimes I don
’t.
Yep, it
’s all it. No escape.
I feel there
’s gotta be more to it.
I know. Maybe there is. With love, with letting go, it
’s more. It’s enough, it’s all.
When the questions come to an end, everything is the answer?
Yes, including any further questions that may arise. Or any further explorations.
And when I die?
Maybe then it
’s more, or kind of less. Or the same, but different. Who knows?
What is death?
What is life?
Is there a difference?
Maybe.
Are we alive or dead now?
Good question.
How real are life and death?
As real as it gets, I
’d say.