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Mittwoch, 5. Juni 2013

Suchende

© OH Verlag, www.oh-cards.com

Watend das weite Meer durchforsten, an seichter Stelle, ufernah. Restsicherheit. Bis zu den Knien im Wasser stehen – nicht bis zum Hals. In der Abendsonne, die ermutigt, beruhigt und zugleich belebt. Rotes Rund, kraftvoll leuchtend vor verschwindendem Licht, das die Nacht ankündigt. Neue, warme Energie für die Suchenden; die, die sich das Leben angeln wollen. Die unterwegs sind und sich trauen nass zu werden.

Und doch ist das Leben oder jeglicher Gegenstand unserer Suche bereits in uns und nur dort zu finden. Wir tragen den ganzen Ozean in unserer Seele, die Antworten auf alle Fragen tief in unserem Innern. Wir sind die seichten Stellen ebenso wie die tiefsten Gründe des Meeres. Sind die Abendsonne, die Morgenröte, die Wolken, der Regen und die Stürme. Gehen spazieren im Leben, mal watend, mal tauchend, aufrecht und gebückt. Ertrinken am Morgen und schwimmen uns frei am Abend. Gehen auf im Sonnenuntergang, veränderlich wie die Wellen und doch beständig wie die Steine – ein Leben lang.