Die Buchen im Wald sind jetzt mehr und mehr bunt gefärbt, das heißt rotbraun. Es ist kein leuchtendes, buntes Bunt mit Wow-Effekt, sondern ein zurückhaltenderes, schlichteres, irgendwie gediegeneres. Der Wald sieht ganz wunderbar verwandelt aus, wie als hätte er in aller Ruhe nachgezogen, sein Kleid mit Bedacht gewählt, nachdem die Bäume anderswo schon vor Wochen angefangen haben, sich umzuziehen, und wieder andere schon nackt und durchsichtig dastehen, weil sie dem Wind nicht widerstehen konnten. Der Anblick des Buchenwaldkostüms ist heimelig, es erscheint wie die passende dunklere Note zu dem farbenprächtigen Indian Summer, der am gegenüberliegenden Hang seine Show abzieht.
An einer Brücke in der Stadt habe ich zwei kleine Bäume gesehen, mit leuchtend gelben Blättern. Sie sind von der Sorte, wie ich vor Jahren einmal woanders im Vorbeigehen eins aufgehoben und mitgenommen habe. Zuerst habe ich in einem Sprachkurs (ich glaube, es war Norwegisch, und der Lehrer war sehr jung, etwas verloren und hieß Magnus) die Umrisse des Blattes in meinen Block gezeichnet, und immer, wenn mein Blick später darauf fiel, fand ich diese einfach abgemalte Kontur bezaubernd. Danach nahm ich das Blatt mit nach Hause, wo es lange in einem Windlicht im Sand steckte. (Wahrscheinlich wurde es irgendwann von der brennenden Kerze entzündet und ging kaputt.). Das Blatt sieht der Form und Größe nach einem Ahornblatt ähnlich, aber es hat rundlichere, weniger markante Umrisse. Es gefällt mir sehr, und es heute draußen wiederzusehen, war eine Freude.
Herbst = Abschied ohne Wiederkehr? Das kleine Café, in das ich heute gehen wollte, hat sein "Sommerpause"-Schild von der Tür entfernt, ist aber trotzdem geschlossen. Ein anderer Hinweis fehlt, die Einrichtung ist noch da, und auch die mit Kreide beschriftete Angebotstafel hängt noch neben dem Eingang. Ich befürchte, sie schließen ganz, ich war öfters dort im vergangenen Jahr, und fast nie war es gut besucht. Vor ein paar Monaten dachte ich im Vorbeigehen, sie brauchen eine Markise über dem Eingang und der nach Süden zeigenden Fensterfront; eine Markise wäre ein Blickfang, eine Einladung, und sie würde den Außenbereich gemütlicher machen. Eine Markise, ja, das wär’s, dann kämen bestimmt mehr Gäste! Aber ach, es war nur eine Hoffnung. Und es war sowieso zu spät, um es vorzuschlagen, das Café war schon sommerbedingt geschlossen. (Vermutlich hatte der Inhaber diese Maßnahme außerdem längst selbst in Erwägung gezogen, und womöglich war es nicht erlaubt, die Fassade auf diese Art zu verändern; diese Dinge sind ja oft so kompliziert.) Schade, ich mochte es dort. Die schlichte dunkle Einrichtung, die Thekentische am Fenster mit Blick auf die vorbeigehenden Menschen, auf die Eisenbahnbrücke und auf viel Himmel ... Es gab Macarons, Cappuccino mit sehr viel Milchschaum, und manchmal lief im Hintergrund Jazzmusik.
Schauen und staunen ~ mit Stift und Kamera sehen ~ in das Spiel des Lebens hinein, aus ihm heraus, aus ihm herein ~ Worte, Bilder geschehen ~ mal ernst, mal leicht ~ Momentaufnahmen, die erzählen ~ von Schönem, Wunderlichem, Flüchtigem.
Seiten
Freitag, 13. Oktober 2017
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Freitag, 6. Oktober 2017
Ungewissheit
„I can’t be around certainty.“ (Bruce Joel Rubin)
„Ich würde sich anbahnende Gewissheiten gern noch einmal zerfließen lassen. Sobald man etwas Bestimmtes zugibt, ist es ein Schmerz.” (Martin Walser)
Wie wohl das tut
wenn immer noch ein Fragezeichen
stehenbleiben darf
muss
Ich mag das
sehr.
„Ich würde sich anbahnende Gewissheiten gern noch einmal zerfließen lassen. Sobald man etwas Bestimmtes zugibt, ist es ein Schmerz.” (Martin Walser)
Wie wohl das tut
wenn immer noch ein Fragezeichen
stehenbleiben darf
muss
Ich mag das
sehr.
Montag, 2. Oktober 2017
Luxus
Luxux
Öuxus
Kuxus
…
Luxus!
Luxus: von lateinisch luxus‚ ‚Verschwendung‘, ‚Liederlichkeit‘,
eigentlich ‚üppige Fruchtbarkeit‘
(https://de.wikipedia.org/wiki/Luxus)
Auch im Kleinen, Einfachen
Kargen, Banalen, Alltäglichen –
Öuxus
Kuxus
…
Luxus!
Luxus: von lateinisch luxus‚ ‚Verschwendung‘, ‚Liederlichkeit‘,
eigentlich ‚üppige Fruchtbarkeit‘
(https://de.wikipedia.org/wiki/Luxus)
Auch im Kleinen, Einfachen
Kargen, Banalen, Alltäglichen –
Schönheit pur.
Fülle. Liebe. Leben.
Überall.
🖤
Fülle. Liebe. Leben.
Überall.
🖤
Sonntag, 1. Oktober 2017
Einfach schön
Sonntagnachmittagsmuße. Ich stöbere mal wieder in Simone Cornels Blog, der mich einst so inspiriert und berührt hatte und es immer noch tut. Er gefällt mir sehr. Zart, poetisch, mit Liebe und Selbstbewusstsein, Selbstverständlichkeit. Einfach schön. Leider gibt es seit letztem Herbst nichts Neues mehr zu lesen und zu sehen. Aber das macht nichts, da sind ja so viele Einträge, 533 an der Zahl. Gern schaue ich sie ein zweites, drittes, ... Mal an.
„ein Segen liegt im Kreativen
wenn der Mensch sich ausdrückt
mit all dem was er trägt in sich
uns erzählt
von seiner Sicht
sich sichtbar macht
in der Welt
für uns
für sich“
wenn der Mensch sich ausdrückt
mit all dem was er trägt in sich
uns erzählt
von seiner Sicht
sich sichtbar macht
in der Welt
für uns
für sich“
„ich mag es sehr, wenn ganz normaler alltag geschieht.
wenn schönes leben sich leise unter die füsse schiebt.“
www.aus-dem-licht.blogspot.de
www.aus-dem-licht.blogspot.de
Montag, 25. September 2017
Donnerstag, 21. September 2017
Sinnlichkeit
Ein Parfum, das man lange nicht benutzt hat, erstmals wieder verwenden und intensiv seinen Duft wahrnehmen.
Weiche, reife Birnen.
Die ersten Kastanienigel auf der Straße.
Unverhofft einen Schirm dabeihaben, wenn es plötzlich regnet wie aus Eimern. Ins nächste Café flüchten, Tee trinken, der nicht schmeckt, aber immerhin im Trockenen sein. Durch die Scheiben dem Wolkenbruch zusehen.
Mit dem Motorroller durch riesige Pfützen fahren.
Jemand Fremdes treffen, kurz nett plaudern und wieder auseinandergehen.
In einem Trödelladen stöbern. All der Kram, das Schöne, der Kitsch.
Die herabhängenden Zweige eines Baums am Flussufer, die das fließende Wasser sanft berühren, wie zum Streicheln.
Das Federkleid von Staren. Wie samten und mit tausend Perlen bestickt.
Eine fremde Katze streicheln, von Kopf bis Fuß. Freudiges Staunen über ihr Vertrauen, ihre Hingabe.
Jeden Tag mehrmals am Pfirsichbaum neue Früchte einsammeln („Bäumchen, schüttel dich!“). Sobald genug zusammen sind, davon Marmelade kochen. Stolz und Wohlgefühl über Selbstgemachtes, das gelungen ist.
Anziehung mit einem Mann fühlen – und es dabei belassen.
Das Gluckern und Gurgeln der Heizung, wie als würde sie sich mühsam aus ihrem Sommerschlaf erheben. Das angenehme Gefühl, dass es warm im Zimmer wird, wohlig. Der Luxus, einfach einen Knauf an einem Gerät zu drehen, und schon kommt Wärme, jederzeit.
Polaroidfotos und andere Bilder zum Anfassen.
Haruki Murakamis Geschichten.
Eine mit dem Fuß zugeschubste Tür fällt gerade so und leise ins Schloss.
An einem drinnen verbummelten Tag gegen Abend noch kurz spazieren gehen und eine körperliche Freude darüber empfinden, es gemacht zu haben. Die kühle, würzige Luft einatmen, die Herbstfarben und die verschwindende Sonne aufsaugen.
Das dunkle Leuchten von Rotwein im Glas. Der Geschmack fruchtig, aber nicht zu süß.
Einen Film ohne Untertitel schauen, in einer Sprache, die man nicht versteht.
Eine Wärmflasche auf dem Bauch.
Heißer Apfelsaft mit Ingwer und Zimt.
Der Kopf sinkt ins weiche, weiße Kopfkissen, eingerahmt von langem Haar. Dieses wohlige Hier-und-so-ist-es-am-schönsten-Gefühl beim Einschlafen im eigenen Bett.
Weiche, reife Birnen.
Die ersten Kastanienigel auf der Straße.
Unverhofft einen Schirm dabeihaben, wenn es plötzlich regnet wie aus Eimern. Ins nächste Café flüchten, Tee trinken, der nicht schmeckt, aber immerhin im Trockenen sein. Durch die Scheiben dem Wolkenbruch zusehen.
Mit dem Motorroller durch riesige Pfützen fahren.
Jemand Fremdes treffen, kurz nett plaudern und wieder auseinandergehen.
In einem Trödelladen stöbern. All der Kram, das Schöne, der Kitsch.
Die herabhängenden Zweige eines Baums am Flussufer, die das fließende Wasser sanft berühren, wie zum Streicheln.
Das Federkleid von Staren. Wie samten und mit tausend Perlen bestickt.
Eine fremde Katze streicheln, von Kopf bis Fuß. Freudiges Staunen über ihr Vertrauen, ihre Hingabe.
Jeden Tag mehrmals am Pfirsichbaum neue Früchte einsammeln („Bäumchen, schüttel dich!“). Sobald genug zusammen sind, davon Marmelade kochen. Stolz und Wohlgefühl über Selbstgemachtes, das gelungen ist.
Anziehung mit einem Mann fühlen – und es dabei belassen.
Das Gluckern und Gurgeln der Heizung, wie als würde sie sich mühsam aus ihrem Sommerschlaf erheben. Das angenehme Gefühl, dass es warm im Zimmer wird, wohlig. Der Luxus, einfach einen Knauf an einem Gerät zu drehen, und schon kommt Wärme, jederzeit.
Polaroidfotos und andere Bilder zum Anfassen.
Haruki Murakamis Geschichten.
Eine mit dem Fuß zugeschubste Tür fällt gerade so und leise ins Schloss.
An einem drinnen verbummelten Tag gegen Abend noch kurz spazieren gehen und eine körperliche Freude darüber empfinden, es gemacht zu haben. Die kühle, würzige Luft einatmen, die Herbstfarben und die verschwindende Sonne aufsaugen.
Das dunkle Leuchten von Rotwein im Glas. Der Geschmack fruchtig, aber nicht zu süß.
Einen Film ohne Untertitel schauen, in einer Sprache, die man nicht versteht.
Eine Wärmflasche auf dem Bauch.
Heißer Apfelsaft mit Ingwer und Zimt.
Der Kopf sinkt ins weiche, weiße Kopfkissen, eingerahmt von langem Haar. Dieses wohlige Hier-und-so-ist-es-am-schönsten-Gefühl beim Einschlafen im eigenen Bett.
Dienstag, 19. September 2017
Pur
Jeder Mensch ist ein Geheimnis, für sich selbst und für andere. Ein jeder ist das Leben in seiner einzigartigen, wundersamen Erscheinungsform. Das allein ist ein solches Mysterium, es braucht keine Geheimnisse, die obendrein inszeniert werden. Wozu sich interessant machen (oder so tun, als täte man es gerade nicht), was soll das sein? Bist du es etwa nicht? Verstellen Finesse, Gehabe und Geschwurbel nicht oft bloß, was längst für sich leuchtet?
Das Einfache, Unmittelbare, Offene; es ist seine eigene Faszination, sein eigener stiller Reiz. Bitteschön, ich bin einfach da und längst genug, scheint es zu sagen. Schau doch mal.
Das Einfache, Unmittelbare, Offene; es ist seine eigene Faszination, sein eigener stiller Reiz. Bitteschön, ich bin einfach da und längst genug, scheint es zu sagen. Schau doch mal.
Dienstag, 12. September 2017
In bester Gesellschaft
„Ich fühle mich wohler, wenn Bücher um mich herum sind. Sie sind gute Gegenstände, es ist so, als ob viele Spaghetti im Haus sind."
"Früher wurde ich viel auf Cocktails eingeladen, aber oft habe ich mich gelangweilt und wollte nach Hause zu den Büchern. Wenn ich mich nicht gut unterhalte, ist es immer so. Ich werde dann ungnädig in Gesellschaft, denn ich will lesen.“
(Ildiko von Kürthy bzw. Felicitas von Lovenberg, im Bildband „Vom Glück mit Büchern zu leben“)
Oh, ja, es ist so schön, dass sie da sind, uns umgeben, nähren und wohl tun ... Und oft sind die Welten, die man zwischen zwei Buchdeckeln betritt und die einen zuweilen mit Haut und Haar verschlingen, tatsächlich die beste Gesellschaft, jeder „realen“ vorzuziehen. Dabei ist man keinesfalls allein, sondern auf innigste Weise mit unendlich vielen Menschen, Gedanken und Gefühlen zusammen. Sie sind in den Büchern, und die Bücher sind in uns. Sie verwandeln uns Seite um Seite, sodass wir immer wieder neu und anders werden. Es ist ein intimes Beschenktwerden, eine unaufhörlich sprudelnde Quelle der Inspiration, ein Reichtum, der nie versiegt.
Wer diese Leidenschaft so nicht teilt oder es lieber etwas kompakter mag, dem sei die „Weltliteratur für Eilige“ von Henrik Lange empfohlen. 90 Klassiker, humorvoll und gnadenlos zu einseitenstarken Comics komprimiert. Genial :).
"Früher wurde ich viel auf Cocktails eingeladen, aber oft habe ich mich gelangweilt und wollte nach Hause zu den Büchern. Wenn ich mich nicht gut unterhalte, ist es immer so. Ich werde dann ungnädig in Gesellschaft, denn ich will lesen.“
(Ildiko von Kürthy bzw. Felicitas von Lovenberg, im Bildband „Vom Glück mit Büchern zu leben“)
Oh, ja, es ist so schön, dass sie da sind, uns umgeben, nähren und wohl tun ... Und oft sind die Welten, die man zwischen zwei Buchdeckeln betritt und die einen zuweilen mit Haut und Haar verschlingen, tatsächlich die beste Gesellschaft, jeder „realen“ vorzuziehen. Dabei ist man keinesfalls allein, sondern auf innigste Weise mit unendlich vielen Menschen, Gedanken und Gefühlen zusammen. Sie sind in den Büchern, und die Bücher sind in uns. Sie verwandeln uns Seite um Seite, sodass wir immer wieder neu und anders werden. Es ist ein intimes Beschenktwerden, eine unaufhörlich sprudelnde Quelle der Inspiration, ein Reichtum, der nie versiegt.
Wer diese Leidenschaft so nicht teilt oder es lieber etwas kompakter mag, dem sei die „Weltliteratur für Eilige“ von Henrik Lange empfohlen. 90 Klassiker, humorvoll und gnadenlos zu einseitenstarken Comics komprimiert. Genial :).
Freitag, 8. September 2017
Bühne frei
Das erste Mal in diesem Herbst durch Laub stapfen. Dem Rascheln der Blätter lauschen und ihren würzigen Duft riechen. Das erste bunte Blatt aufheben, mit nach Hause nehmen, pressen. Den Herbst in all seiner schönen und schrecklichen Pracht willkommen heißen; bereit sein.
„Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert – und doch alles.“ (Kurt Tucholsky)
Herbstgeschichten, für gemütliche Lesestunden in dieser verzauberten Zeit.
„Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert – und doch alles.“ (Kurt Tucholsky)
Herbstgeschichten, für gemütliche Lesestunden in dieser verzauberten Zeit.
Embrace
Why don't we just embrace our own body?
Why? ("It's not perfect.") Why not? ("No-body is perfect.")
Maybe because it is already "perfect". It's there, it's ours, it's unique.
It's the only one we have!
Why don't we think, feel, look for ourselves –
and see what happens.
Maybe a little miracle.
This documentary may be of great help to many, many women (and to hopefully many men, too). It puts things into perspective.
It seems kind of weird that such a film is needed, but thank God, it's there.
Thank you, Taryn and all the other portrayed ladies.
Thank you for being brave, cool and wonderful, intelligent, wise and warm-hearted. Thank you for revealing how many faces beauty and sexiness have.
Thank you for shining!
<3
Why? ("It's not perfect.") Why not? ("No-body is perfect.")
Maybe because it is already "perfect". It's there, it's ours, it's unique.
It's the only one we have!
Why don't we think, feel, look for ourselves –
and see what happens.
Maybe a little miracle.
This documentary may be of great help to many, many women (and to hopefully many men, too). It puts things into perspective.
It seems kind of weird that such a film is needed, but thank God, it's there.
Thank you, Taryn and all the other portrayed ladies.
Thank you for being brave, cool and wonderful, intelligent, wise and warm-hearted. Thank you for revealing how many faces beauty and sexiness have.
Thank you for shining!
<3
Montag, 4. September 2017
Montag, 7. August 2017
Kinomomente
Wenn man (fast) allein im Kino ist, an einem Sommernachmittag. Wenn es wichtiger ist, diesen Film zu sehen als zwei Stunden länger in der Sonne zu sein.
Wenn Manana in dem Film „Meine glückliche Familie“ in ihrer neuen Wohnung allein ist und es sich langsam schön macht. Wenn ein Klavierstück im CD-Player spielt, die Balkontür offensteht und der Wind in den Bäumen rauscht. Wenn sie Torte isst, so oft sie will. Wenn man spürt, wie befreit und zufrieden sie sich fühlt, trotz der Liebe für ihre Familie. Wenn Frauen, wenn Menschen mutig sind, unaufgeregt und würdevoll.
Wenn das Licht der Textzeilen im Abspann über die Sessellehnen fließt, auch dann noch, nur schwächer, wenn das Licht im Saal schon wieder angegangen ist.
Freitag, 4. August 2017
Kleine Freuden
Wenn im Flur nach dem Frühstück noch der Kaffeeduft in der Luft hängt.
Wenn man frisch gemahlenen Kaffee kauft und auf dem Weg durch die Stadt seinen Duft spazierenträgt.
Wenn man anderer Menschen Selbstgespräche mithört und sich leicht beschämt und berührt darin wiedererkennt (im Inhalt oder in der Tatsache, dass man auch welche führt).
Wenn man umständliche Dinge tut (oder Dinge umständlich tut) und eine große, heimliche Freude daran hat, nutzlos, zeit- und energieverschwendend zu handeln.
Wenn man sehr oft Wolken- und Himmelsformationen bestaunen und fotografieren muss. Wenn die Fotos aussehen wie fotorealistische Gemälde und Verwirrung darüber aufkommt, ob das nun "gekonnt" ist oder nicht. Wenn das allerdings egal ist.
Wenn man einen Kuchen zum ersten Mal backt und er gelingt, sogar sehr.
Wenn man einen analogen Brief schreibt und ihm ein echtes Blütenblatt beilegt.
Wenn in einem Buch aus der Bücherei noch ein alter Ausleihzettel klebt und der erste Stempel darauf von 1957 ist.
Wenn man in einem anderen sehr alten Buch eine Notiz findet, die in altmodischer Schrift und sehr, sehr ordentlich geschrieben ist. Wenn man sich ein bisschen dafür schämt, selbst keine so saubere und lesbare Handschrift zu haben.
Wenn man es schade findet, dass gewisse Tugenden von früher zu verschwinden scheinen, etwa Ruhe, Konzentration und Sorgfalt, wie sie sich zum Beispiel in ordentlichen Handschriften zeigen. Wenn man sich selbst (trotz mangelhafter Handschrift) in manchem altmodisch und uncool findet und das mag.
Wenn man Menschen sieht, die allein unterwegs sind, und ihre Vereinzelung anmutig findet.
Wenn das Brummen einer haltenden Straßenbahn, das Schlagen einer Kirchturmuhr und das Stimmengemurmel von Menschen zusammenkommen. Wenn Stadtlärm etwas Schönes, Sinfonisches hat.
Wenn man die Atmosphäre, die Details, die Empfindungen, das Zarte und das Skurrile in einem Buch mag und es genießt, darin einzutauchen.
Wenn einem vor Lachen Tränen in den Augen stehen.
Wenn der Rock auf dem Roller im Fahrtwind flattert.
Wenn eine Pflanze, die während einer Abwesenheit eingetrocknet war, wieder grüne Blätter und neue Knospen bekommen hat.
Wenn beim Abspülen das Wasser warm über Geschirr und Hände fließt.
Wenn man einen Fisch an der Wasseroberfläche betrachtet, dessen Mund sich wieder und wieder öffnet und schließt, und sich dabei vorstellt, dass Sprechblasen mit sinnlosen Aussagen aus dem Fischmund herausfließen. Wenn man sich des Weiteren vorstellt, wie schön es wäre, eine solche Szene zeichnen zu können. Wenn man nicht gut zeichnen kann, das aber nichts macht.
Wenn eigentlich nichts irgendetwas macht. Wenn das Leben sich lebt, in Freuden und Leiden und allen Nuancen, aber niemand da ist, der ein Leben führt. Wenn es scheinbar einfach so da ist und passiert, das Leben an sich.
Wenn man frisch gemahlenen Kaffee kauft und auf dem Weg durch die Stadt seinen Duft spazierenträgt.
Wenn man anderer Menschen Selbstgespräche mithört und sich leicht beschämt und berührt darin wiedererkennt (im Inhalt oder in der Tatsache, dass man auch welche führt).
Wenn man umständliche Dinge tut (oder Dinge umständlich tut) und eine große, heimliche Freude daran hat, nutzlos, zeit- und energieverschwendend zu handeln.
Wenn man sehr oft Wolken- und Himmelsformationen bestaunen und fotografieren muss. Wenn die Fotos aussehen wie fotorealistische Gemälde und Verwirrung darüber aufkommt, ob das nun "gekonnt" ist oder nicht. Wenn das allerdings egal ist.
Wenn man einen Kuchen zum ersten Mal backt und er gelingt, sogar sehr.
Wenn man einen analogen Brief schreibt und ihm ein echtes Blütenblatt beilegt.
Wenn in einem Buch aus der Bücherei noch ein alter Ausleihzettel klebt und der erste Stempel darauf von 1957 ist.
Wenn man in einem anderen sehr alten Buch eine Notiz findet, die in altmodischer Schrift und sehr, sehr ordentlich geschrieben ist. Wenn man sich ein bisschen dafür schämt, selbst keine so saubere und lesbare Handschrift zu haben.
Wenn man es schade findet, dass gewisse Tugenden von früher zu verschwinden scheinen, etwa Ruhe, Konzentration und Sorgfalt, wie sie sich zum Beispiel in ordentlichen Handschriften zeigen. Wenn man sich selbst (trotz mangelhafter Handschrift) in manchem altmodisch und uncool findet und das mag.
Wenn man Menschen sieht, die allein unterwegs sind, und ihre Vereinzelung anmutig findet.
Wenn das Brummen einer haltenden Straßenbahn, das Schlagen einer Kirchturmuhr und das Stimmengemurmel von Menschen zusammenkommen. Wenn Stadtlärm etwas Schönes, Sinfonisches hat.
Wenn man die Atmosphäre, die Details, die Empfindungen, das Zarte und das Skurrile in einem Buch mag und es genießt, darin einzutauchen.
Wenn einem vor Lachen Tränen in den Augen stehen.
Wenn der Rock auf dem Roller im Fahrtwind flattert.
Wenn eine Pflanze, die während einer Abwesenheit eingetrocknet war, wieder grüne Blätter und neue Knospen bekommen hat.
Wenn beim Abspülen das Wasser warm über Geschirr und Hände fließt.
Wenn man einen Fisch an der Wasseroberfläche betrachtet, dessen Mund sich wieder und wieder öffnet und schließt, und sich dabei vorstellt, dass Sprechblasen mit sinnlosen Aussagen aus dem Fischmund herausfließen. Wenn man sich des Weiteren vorstellt, wie schön es wäre, eine solche Szene zeichnen zu können. Wenn man nicht gut zeichnen kann, das aber nichts macht.
Wenn eigentlich nichts irgendetwas macht. Wenn das Leben sich lebt, in Freuden und Leiden und allen Nuancen, aber niemand da ist, der ein Leben führt. Wenn es scheinbar einfach so da ist und passiert, das Leben an sich.
Donnerstag, 3. August 2017
Sommerwind
Wenn der Wind die Haare komplett zerzaust, die Schwüle vertreibt und das Brennen der Sonne mildert. Wenn er die Bäume zum Rauschen und Klappern bringt.
Wenn der Wind dich lüftet, sodass du dich frisch und leicht fühlst. Wenn er den Himmel erst blau fegt und kurz darauf wieder unzählige Wolken erscheinen lässt. Wenn er Servietten durch die Luft wirbelt und Papiertüten auf der Straße rascheln lässt. Wenn trotzdem das meiste an seinem Platz bleibt, wundersamerweise.
Wenn der Wind so stark weht, dass du nur noch sein Rauschen hörst und sein Rütteln fühlst. Wenn er so stark ist, dass es sich angenehm aufregend und mulmig zugleich anfühlt, ihm ausgesetzt zu sein. Wenn du das Gefühl hast, jeden Moment abzuheben und davonzuwirbeln.
Wenn der Wind sich legt und wieder andere Geräusche und Empfindungen erscheinen. Wenn alles ist, als wäre nichts gewesen.
Wenn der Wind dich lüftet, sodass du dich frisch und leicht fühlst. Wenn er den Himmel erst blau fegt und kurz darauf wieder unzählige Wolken erscheinen lässt. Wenn er Servietten durch die Luft wirbelt und Papiertüten auf der Straße rascheln lässt. Wenn trotzdem das meiste an seinem Platz bleibt, wundersamerweise.
Wenn der Wind so stark weht, dass du nur noch sein Rauschen hörst und sein Rütteln fühlst. Wenn er so stark ist, dass es sich angenehm aufregend und mulmig zugleich anfühlt, ihm ausgesetzt zu sein. Wenn du das Gefühl hast, jeden Moment abzuheben und davonzuwirbeln.
Wenn der Wind sich legt und wieder andere Geräusche und Empfindungen erscheinen. Wenn alles ist, als wäre nichts gewesen.
Abonnieren
Posts (Atom)