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Freitag, 18. Oktober 2013

Weihnachtsbaumfarm

Am Zugfenster rauschen vorbei
Tannenträume –
Alpträume?
Klein, grün
in Reih und Glied
beeilt euch und wachst
zwei Monate noch
dann will man euch sehen
in voller Größe
in der Stube stehen
Das macht euch Angst?
dann nehmt euch Zeit
ihr geht noch durch
als Vorjahresproduktion
ein Jahr ist lang
vielleicht entwachst ihr der Farm
verpflanzt euch
an einen Ort, der kein Knut kennt.


Über den Tellerrand?

Auf meiner Jacke
hat Platz genommen
ein kleiner Käfer
gemütlich, so scheint’s
will gar nicht weg
Gleich kommt der Zug
willst du mit bis zum Zwischenstopp
oder gar ins Nachbarland?
Dieses Dorf hier, so klein
und doch eine ganze Welt
der Horizont für dich.

Stille

Farben leuchten
Blätter summen
herbstzeitlos.


Freitag, 4. Oktober 2013

Strebst du noch oder lebst du schon?

Streben – sterben
soviel Ähnlichkeit in den Worten

Haben wir Angst vor dem Tod
fürchten wir immer ein ungelebtes, unerfülltes Leben
Die Angst zu sterben, also –
bloß Angst zu leben?

Wahrhaft leben
ziellos gar, einfach hier sein
wirklich da
ohne Streben
ohne Sterben
denn wir sind immer da
ewig jetzt.


Federnder Stein

Das Gefühl auf Steinen zu laufen
es ist schön
getragen zu sein
eingebettet in einen festen Grund
Ich wandele auf Stabilität
Beständigkeit liegt unter dem Wandel
beides schön für sich

Felsenfest und federleicht
bin ich
in Balance.


Traumland

Dieser Ort, jenseits
von Richtig und Falsch
weit wie das Meer
bunt und verrückt – wie Alice im Wunderland
und leuchtend – wie Lucy
in the sky with diamonds

Lalala lalalalalalala...


Die Gedanken sind frei

Meine Gedanken gehören mir nicht
und deine nicht dir

Sie kommen aus derselben Quelle
und fließen bloß
aus uns heraus, in uns hinein
teilen sich (mit)
Wie bunte Luftschlangen wehen sie
aus unseren Köpfen
durch den Raum, hinaus in die Welt

Ich frage mich
wenn wir nicht mehr denken
nur noch fühlen
wird dann das Bunt noch bunter?

So oder so
hör nicht auf, Schönes zu denken
Hoffnungsvolles zu träumen
und Verrücktes zu fühlen
was aus dir heraus will
lass es bunt sein.


Ruhe da oben

Es denkt mal wieder in meinem Kopf
große Gedanken, wichtige Gedanken
so denke ich
Aber es sind und bleiben Gedanken
also bringt es wohl nichts
letztlich
das Karussell fährt weiter
Ich denke über die Gedanken
und über die Gedanken über die Gedanken
und verliere mich
zwischen den Wirren all dieser Ebenen
in den Höhen dieser Spirale
die immer weiter führt
ins Nichts und von mir fort

Und auch das ist bloß wieder ein Gedanke...


Symptomatisch

Wir treffen uns in Cafés
statt die Menschen zu uns nach Hause einzuladen
wir begegnen uns im Außen
statt unser Inneres zu öffnen

Lade jemand gefährliches zum Tee ein
sagt Joseph Beuys und singt Lena
Menschen einladen, Begegnung erleben
Tee machen, Kekse und Pfannkuchen

Die Tür öffnen
und unser Herz
den anderen willkommen heißen
drinnen bei uns –
in unser aller Heimat.


Arbeit ist Spielen für Erwachsene

Blick aus dem Fenster
zwei Männer, große Jungs
sie boxen, raufen
lachen
und gehen zurück an die Arbeit
es bleibt
ein verschmitztes Lächeln

Ich lächele mit ihnen
bin beschenkt
und erinnert daran
ich bin ein Kind des Lebens.


Mittwoch, 25. September 2013

Die Sinnfrage

Letztlich hat das Leben natürlich einen Sinn
vermutlich
aber wenn wir ihn suchen, entgeht er uns

So sinnierte sie
Schokoladenklumpen in Milch rührend

Vielleicht ist es der Sinn des Lebens
Schokoladenkekse zu backen
und die übriggebliebene Kuvertüre in Milch zu rühren
und sich daran zu freuen
die Frage bleibt offen
vermutlich

Doch sicher ist
Schokoladenklumpen in Milch zu rühren
war der Sinn jenes Moments -
vermutlich.



Montag, 23. September 2013

Im Werden

Ich bin ein Mensch
kein Roboter
bei dem man ein Programm
einen bestimmten Modus einstellt
der dann zuverlässig, konsequent
abgespielt wird –
Nullen und Einsen
schwarz oder weiß

Es leben die Widersprüche und der Wandel
alle Fragen, Halbwahrheiten
jede Interimsantwort und Inkonsequenz

wahr ist immer, was im Moment da ist

Es lebe das Schattige und das Bunte
die Zwischentöne, alle Graustufen
jede kleinste Kommastelle
zwischen Null und Eins
 
denn in jeder Nuance ist Leben

Es lebe das Gleichgewicht im Ungleichgewicht
das Perfekte im Unperfekten
die Schönheit in allem

Es lebe das Leben.



Wahrlich im Moment?

Der bedeutendste Mensch ist immer der
der dir gerade gegenüber sitzt
so lese ich
Also ist auch
der wichtigste Ort der, an dem ich gerade bin – egal wo
die bedeutendste Handlung die, die ich genau jetzt tue – egal was
das bedeutendste Gefühl das, das ich gerade habe – egal warum
das bedeutendste Essen das, was ich in diesem Moment zu mir nehme – egal was

Im Moment leben
wir reden viel davon
doch sind wir wirklich da?

Für genau dieses JETZT
braucht es kein einziges Wort und keinen Gedanken
nicht dieses Gedicht, keine Musik und keine Weisheit
nicht diesen Menschen oder jenen nicht
nichts zugeben oder wegnehmen, keine Veränderung
einfach nur da sein
jetzt, total.



No mind

Federknäuel am Mittag
kopflos
schlafende Enten.



Dienstag, 10. September 2013

Liebe

Liebe vermehrt sich, wenn man sie teilt, so heißt es, 
und dem werden wohl die meisten von uns zustimmen.
Warum also machen wir nicht öfter Gebrauch von diesem wundervollen Gesetz?
Warum erscheint das, was wir in unendlichem Ausmaß in uns tragen, ja das, was wir in unserer Essenz sind, oft so unsichtbar, so unerreichbar und damit vermeintlich unteilbar?
Weil wir in der Angst statt in der Liebe leben.
Doch das Leben ist Liebe. Kannst du dich erinnern?

Eine kleine Gedächtnisstütze und ein dezentes, aber sehr wirkungsvolles Liebesverbreitungsmittel findest du hier :).

Ich wünsche uns allen viel Liebe, Freude und Inspiration!